Ausweg Job in der Wirtschaft

Sich einen Job in der Wirtschaft zu besorgen, klingt nach einem simplen Plan, der aber auch nicht ohne Weiteres zu bewerkstelligen ist. Die Zahl der BWL und VWL Studenten ist hoch, sehr hoch sogar, an vielen größeren Unis kann man dem Bedarf an Raum und Material nicht gerecht werden.

Ein einfaches BWL-Studium ist heute allerdings alles andere als ein Garant für einen Posten in der Wirtschaft – im Gegenteil. Gerade mal jeder Vierte, der in die Wirtschaft möchte, schafft diesen Sprung, obwohl es an Qualifikation nicht mangelt. Dabei spielen teils ähnliche Faktoren eine Rolle, wie bei der Anstellung nicht bezahlter Dozenten: Die Bezeichnung „Generation Praktikum“, ist ein wenig außer Mode geraten und trifft auf viele junge Menschen dennoch zu, die eine hervorragende Qualifikation vorweisen und als billige bis kostenlose Arbeitskraft von Betrieb zu Betrieb geschoben werden.

Dabei ist der Bedarf an Arbeitskräften in vielen Bereichen der Wirtschaft nicht gedeckt. Eine gute Methode ist daher die Spezialisierung innerhalb dieser Branche, anstatt ein reines BWL Studium zu beginnen. Bereits jetzt herrscht eine wahnsinnig hohe Nachfrage an Ingenieuren, Informatikern, Technikern. Bis 2020 wird eine weitere hohe Zahl an Ingenieuren altersbedingt aus dem Berufsleben ausscheiden und den Bedarf vergrößern. Studiengänge für Elektrotechnik, Informatik und Ingenieurwissenschaften werden ohne Numerus clausus ausgeschrieben. Besonders an Frauen mangelt es der Branche, die Zahl der Studentinnen in der Branche der Ingenieurswissenschaften ist verschwindend gering.

Für diesen Weg bieten sich besonders Fachhochschulen, oft auch private, an, welche einerseits flexible Mischungen aus Naturwissenschaft, Technik und Betriebswirtschaftslehre vereinen, andererseits mit dualen Studiengängen häufig ermöglichen, von Beginn des Studiums an praktisch und innerbetrieblich ausgebildet zu werden, sodass nach erfolgreichem Absolvieren des Studiums eine Übernahme in einem Betrieb gesichert ist.

Das Angebot ist – glücklicherweise – nicht auf Ingenieurswissenschaften beschränkt, die nun mal nicht für jeden geeignet sind. Auch aus den Bereichen Medien, Design, Kommunikation, Management und Gesundheit gibt es zahlreiche Studienangebote mit guten Aussichten auf finanzielle Sicherheit.

Hinzu kommt Möglichkeit, den widrigen Studienbedingungen an gewöhnlichen Universitäten zu entkommen – oft aber leider nur zu einem hohen Preis, sollte man sich für eine private Hochschule entscheiden. Neben besserer Betreuung und gezielter Ausrichtung hin zum Berufsleben sind auch die Materialbestände und der verfügbare Raum zum Lehren oft (nicht immer!) vorhanden, wogegen in besonders häufig belegten Studiengängen wie Jura, Mathematik, Physik und Psychologie an großen Universitäten wie Heidelberg oder Göttingen die Hörsäle hoffnungslos überfüllt, die Studenten schlecht betreut und das Material mehr als knapp ist.

Einen Job in der Wirtschaft über ein Studium abseits der bloßen Betriebswirtschaftslehre, vielleicht auch mit internationalen Ausprägungen, zu erlangen, ist ein möglicher Ausweg aus den schwierigen Studienbedingung und den Folgen eines zwar erfolgreich abgeschlossenen aber zu wenig spezialisierten BWL-Studiums.

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